Nov 11 2008

Rätsel aus verschiedenen Etats

thomas
Landesvertretungen MekPom & Brandenburg

Landesvertretungen MekPom & Brandenburg

Es ist doch zum Mäuse melken. An der Adresse In den Ministergärten 3 haben wir ein Gebäude gefunden. Es beherbergt gleich zwei Landesvertretungen: die von MekPom (Mecklenburg-Vorpommern) und Brandenburg. Auf geschichtsträchtigem Grund soll hier einer offiziellen Erklärung zufolge der föderale Charakter mit der Ansiedlung von -sogar- sieben Landesvertretungen Ausdruck finden. Nur zwei davon sind hier in diesem Gebäude, alle anderen in der unmittelbaren Nachbarschaft. Öffentliches Bauen ist immer so furchtbar gerecht und wohldurchdacht. Für alles gibt es kleine Etats, die aufgrund von öffentlichen Kriterien bei der Bauplanung mitberücksichtigt werden müssen. ‘Kunst am Bau’ lautet immer eine sehr beliebte Forderung. Und macht die auch immer Sinn? Wird ‘Kunst am Bau’ aber verständlich zum Ausdruck kommen? Oder nur als irgend etwas Abwegiges anmuten?

Wir fotografieren den höchsten Punkt am Gebäude, eine Art Turm und ein uns insgesamt unverständlich bleibendes Etwas aus Beschriftung, das teils erleuchtet werden kann. All diese Worte ergeben doch gar keinen Sinn, denken wir. Später grübeln wir zuhause noch, was das eigentlich zu bedeuten hat? Hat einer  unserer Website-Besucher eine Idee? Architekt des Gebäudes war kein Unbekannter: Das Hamburger Büro von Gerkan, Marg & Partner entwarf dieses Gebäude, wie auch viele städtebauliche Fanale in Berlin (z.B. Autobahnüberbauung Schlangenbader Str, Wilmersdorf, neuer Hauptstadtbahnhof und vieles, vieles mehr). Beim Meditieren über diese ganzen Fragen, im Kern: ‘Was soll diese Beschriftung?’, reift schließlich die Idee: Den Architekten einfach fragen. Werden wir tun.


Nov 11 2008

‘Safer Art’ in Kulturbrauerei

thomas

'Safer Art' - Schniedelwutz in Latex

Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Weltaidstag weltweit begangen. Eine Art vorauseilender Gehorsam fiel uns an dieser Kunstskulptur im Ensemble der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg auf.  Gemäß Eigenwerbung der Kulturbrauerei ( Website) ist der Platz ‘the place to go’ -und sicherlich auch für die Mieter- ‘the place to be’. Auf rund 25.000 m² Gesamt-Grundstückfläche tummeln sich Gewerbetreibende, Veranstalter von Kultur und alle möglichen weiteren ‘Multiplikatoren’. Am 10. November lümmeln dort auch die ‘Fine Young Cannibals’ (Hit She drives me crazy) vor einen Auftritt nachmittags herum, und offenbar bereits in die Jahre gekommen. Der Zufall will, dass die Herren aus Birmingham kommen, wie auch der Herr, der uns besucht und nun Berlin sieht als eine Stadt mit großen Besucherzahlen aus Birmingham. Kommissar Zufall.

Dass aber der abgebildete Herr aus Bronze ein Gummitütchen über seinen Schniedelwutz gezogen bekam, hat dem Vernehmen nach weder mit der Absicht zu tun, einer Ausweitung des Festivitäten-Kalenders Einhalt gebieten zu wollen, noch mit einer besonders findig erdachten Werbestrategie für Knorr-Tütensuppen. Fest steht nur: es wurde bemerkt, und auch von uns. Selbst wenn das Novemberwetter grau und trist daherkam, so erfreute uns doch die Idee, der weiteren Kunstausbreitung im Kiez Einhalt gebieten zu wollen. Vermehrt Euch nicht mehr weiter, denn in dem solitären Auftreten von lediglich zwei Bronzefiguren, Männlein und Weiblein, liegt schon alle Schönheit dieser Welt. ‘Safer Art’ anstatt ‘safer sex’, warum auch nicht?


Nov 10 2008

Die Möbelcrew war unterwegs

thomas
Die Möbelcrew war unterwegs

Die Möbelcrew war unterwegs

Wir laufen die Danziger Str. in Prenzlauer Berg entlang. Unser Blick schweift umher. Auch oben an der berühmten ‘Berliner Traufkante’ entlang. Was uns hier wie da, kurz überall, auffällt, ist, mit welchem Elan die Graffitysprayer immer wieder unterwegs sind. Man denkt sich allerdings, dass dafür auch ein Quantum Nachlässigkeit verantwortlich ist. Denn wenn Hauswarte und Hausverwalter sich nicht darum kümmern, dass Dachluken verschlossen sind, ist’s Essig mit der Prävention. Da oben rechts an der grauen Dachumrandung, da muss man auch erst mal hinkommen. Ob das die enttäuschten Möbelpacker von Synanon, der Spedition, waren? Wohl kaum. Warum wird es eigentlich nicht weg gemacht? Tätigkeit ist eine Zier, doch ruhiger lebt sich’s ohne ihr….


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