Jan
29
2009
thomas

Amtsgericht Lichterfelde, Ringstr. 9
(12.04.09: Kommentarfunktion wg. Spam-Angriffen abgeschaltet)
Amtsgerichte sind Orte des Rechts. Und was verändert sich langsamer, als eben jenes? Das Gebäude hat nun schon einen Zahn an Zeit verwittert, und trotzdem gehören die wilhelminischen Bauten zu jener Art von menschlichen Behausungen, die wir uns trotz alledem recht gern ansehen. Wir sehen Putten und Figuren, und eine Art von Erhabenheit strahlt die verwitterte Fassade aus. Gleichwohl ist uns die Ewigkeit bekannt. Die Ewigkeit der geführten Verfahren. In der Außenstelle Lichterfelde wird WEG-Recht für den Amtsgerichtsbezirk Schöneberg gesprochen. Das Grundbuchamt ist hier beheimatet. So sehr unser Gastbeitrag von
Prokrastination (Aufschieberitis) schwärmte, also von liegen lassen und den Dingen ihren Lauf geben, so sehr haben wir uns schon oft nach anderem verzehrt.
Es tut sich was in Lichterfelde. Ist etwa nun der ‘Ruck, der durch Deutschland gehen muss’ (berühmte Rede von Alt-Bundespräsident Roman Herzog) in Lichterfelde, Dienstgebäude Ringstr. angekommen? Es hieß doch lange Zeit, dass grundbuchliche Akten halbe Jahre verschlingen. Es war doch bekannt, dass die WEG-Abteilung ihre Schwierigkeiten hatte. Manch Verfahren glich mehr einem Treffen alter Bekannter, als einem brillant geführten Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Die Monate gingen ergebnislos ins Land, von keinem Antrag, von keinem Amtsermittlungsgrundsatz getrübt. Berühmt war die richterliche Verfügung jenes Inhalts, der Antragsteller möge nun nach einem gewissen Zuwarten auf Godot schriftsätzlich vortragen, ob er noch Anträge zu stellen beabsichtige? Grrrrr….waren das Zeiten.
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Jan
29
2009
Elke Pohl

Gazprom und die Mächte der Finsternis
Was haben wir neulich noch gefroren, und die Medien meldeten das besorgniserregende Leerlaufen der Gasspeicher in Berlin? Andere Länder traf es härter, und bei uns wurde abgewiegelt. Das sei alles ‘kein Problem’, denn wir haben Alternativen. Gehofft haben wir das – wir Mieter dieser Stadt! Und dann der Stromausfall im Norden von Berlin, unmittelbar nach Obamas Amtseinführung. Man vermutet einen zivilen Ungehorsam der Energiewirtschaft. Denn jetzt wird Kyoto ernst genommen, auch durch Amerika! Willkommen im Club!
Ich bin auf dem Weg zu
’Gazprom Germania‘, das Büro befindet sich in der Markgrafenstraße in Mitte. Einmal um die Ecke, einmal über die Straße und schon stehe ich vor dem Haus. Eine leuchtend blaue, fluoreszierende Leuchtreklame weist mir den Weg zum Beschwerdemanagement. Was sagst Du einem russischen Vertreter der kaukasischen Energiewirtschaft? Alles auf Russisch, das steht fest. Die Tür vom Bürogebäude ist von außen nicht zu öffnen. Ich müsste einen Code kennen, der besitzt dieses ‘Sesam öffne Dich’! Ich kenne ihn nicht. Da drinnen sitzt hinter einem Tresen eine Frau, deren Aufmerksamkeit ich auf mich lenken möchte. Unwillkürlich muss ich lachen, denn in Berlin sprechen manche Männer herablassend von der ‘Tresenschlampe’. Ich winke, klopfe an und hample herum, schreie russisch klingende Verwünschungen gegen das eiskalte Glas und durch die verschlossene Tür…keine Regung. Nichts, keine Reaktion! Mir wird klar: Sie kann nicht reagieren, sie ist schon festgefroren.
Meine Mittagspause ist vorbei….ich ziehe von dannen.
**
Elke Pohl ist Mieterin in einem Mehrfamilienhaus im Norden Berlins und fertig gelegentlich
Mugshots an. Ihre Berichte aus Berlin sind wichtige Zeugnisse einer (weiteren) Sicht auf die Stadt unter dem Aspekt ihrer Benutzbarkeit (Urbanität).
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Jan
27
2009
thomas

Kulturbrauerei, Gelände, Prenzlauer Berg
In Berlin leben derzeit 190 verschiedene Nationalitäten einträchtig nebeneinander. Dennoch kommt es hier und da zu kleinen Reibereien. In Marienfelde erlebe ich Kulturkampf pur auf einem Trödelmarkt. In Sachen »Ethik oder Religion« sammelt dort eine Kampagne Unterschriften, die von christlichen Kirchen initiiert wird und darum barmt, auch weiterhin an staatlichen Schulen Religionsunterricht veranstalten zu dürfen. Ich gehe schnell weiter.
Doch bereits an der nächsten Ecke bremsen mich moderne Kreuzritter. Sie versuchen mit kruden Argumenten, meine Stimme gegen die Errichtung von Moscheen zu kassieren. Islam-Bashing heißt dieser Trend, der dem Andersgläubigen das Streben nach der Weltherrschaft unterstellt und dabei klammheimlich den »richtigen« Glauben propagiert. Ich fühle mich unwohl, entere die S-Bahn und fliehe gen Mekka.
In »Prenzelberg« ersehne ich Ruhe und Frieden. Der derart liebevoll abgekürzte In-Bezirk Prenzlauer Berg im Osten Berlins löste nach der Wende den im Westen gelegenen Kreuzberg als Hochburg der Alternativen, Künstler und Freaks ab. Kreuzberg, das bis 1989 im Schatten der Mauer verkümmerte, stieg zum neuen Augenstern der Spekulanten auf. Alternativ bot der Prenzlauer Berg mit seinen unsanierten Mietskasernen und verlotterten Höfen die stilechte Kulisse für das Leben der städtischen Subkultur. Es wurde zum idealen Rückzugsgebiet für Lebenskünstler und Habenichts, die sich nostalgisch am verblassenden Schein des Realsozialismus wärmten.
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Jan
26
2009
thomas

Der Baumflüsterer
Wieder kommt der Baumflüsterer. Säbelt, kappt, fringt schwei, bzw. schwingt frei zwischen all den königlichen Kronen überm Zipfelwald. Wir sind in Zehlendorf-Nord. Juttastraße: Gemeinhin gilt Zehlendorf als der ‘grüne Bezirk’ und das macht dessen Freizeitwert aus. Der soll beträchtlich sein. Die Grundstückspreise sind hier horrend. Die Gegend dicht besiedelt, von Nadelbäumen. Dicht besiedelt und saisonal besudelt: von Tannennadeln durchsetzt, pieks….
Im unweit gelegenen Fischtal, einer Endmoräne (kein Fisch) aus der Eiszeit-Ära, fallen uns die Lehrerworte vom ‘Geschiebegemergele’ wieder ein, die in einer Art Heimatkunde seinerzeit gefallen sind. Im Fischtal sind etliche Bäume 2007 und 2008 gefallen – das Natur- und Grünflächenamt holte sie zur Forstwirtschaft. Doch nicht aus wald- und holzwirtschaftlich ökonomischen Erwägungen. Die Bäume fielen einer grassierenden Seuche zum Opfer und mussten zur Vermeidung weiterer Befälle gefällt werden. Auf unserem Foto ist von Holzkrankheit nichts zu sehen. Eher von Beschneidungssehnsucht. Das Urteil lautete: Entmannt ihn, und so geschah es auch! (Audio)
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Allerdings hat der Baumbesitzer dieses Prachtexemplars von bestimmt 25 m Höhe die Spitze kappen lassen, wie man sieht. Der Mörder mit dem Kettengerät war schnurstracks auf den Wipfel geklettert. Man wundert sich über derartige Höhenmeter, Mann oh Meter, komplett lügenfrei. Frei von Schwindeln. Nein, er sagt die Wahrheit. Der Baum sei noch zu retten, eine Kappung reicht aus, so wehrt sich jedenfalls auflagenfest das Natur- und Grünflächenamt - oder wusste gar nicht davon? Dem gehen wir lieber nicht nach. Es ist gar nicht mal so ungewöhnlich, dass Zehlendorfer sich zuvor nicht ans Amt wenden möchten. Und der Zeitgeist nennt es ‘Kappu-Ära’.
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Jan
19
2009
thomas

Potsdamer Platz
Was ist am Potsdamer Platz denn das Schöne? Ich meine, für uns Berliner? Irgendwie ist er eher ein Nadelöhr, durch das in großen Mengen Verkehr durchfließt. Wer sich dort fußläufig aufhält, muss sich dieser Tage warm anziehen. In Häuserschluchten wie diesen zieht es ungemütlich. ‘Verkehr am Morgen, verkehrter Verkehr, sie liebt nur deinen Namen, doch dein Gewehr ist leer!’ (Spliff, 1982, Song: Jerusalem, Album 85555). Die hochfrequentierte Ausfallstraße am Ende der Potsdamer Str. schlängelt sich durch die hohen Häuserschluchten am Potsdamer Platz.
Vom Vermietungsausfallrisiko haben wir hier schon berichtet. Wenn infolge der globalen Wirtschaftskrise die Mitarbeiter der angestammten globalen Firmen arbeitslos würden, was natürlich nicht passiert, hätten sie wenigstens einen adäquaten, wetterfesten Unterstand. Am Bahnhofsvordach Potsdamer Platz treiben sich schon jetzt des Öfteren Obdachlose rum. Dahinter übernachtet die Schickeria der Welt im Otto-Beisheim-Center. Und dennoch werden auf den Plakatwänden nicht Edelstoffe und Seidenflakons angeboten, sondern eine schwedische Textilverkaufskette preist Cardigan für 49,90 € an. Das lässt sich gerade noch bezahlen.
Städtebaulich fehlt uns im nach Westen gerichteten, ehemaligen West-Teil der Stadt die gelungene Fortsetzung dieses prosperierenden Mekkas der marktwirtschaftlichen Möglichkeiten. Zu sehr hat die Potsdamer Str. im Westen -im Gegensatz zur Leipziger Str. im Osten- in den Jahren arg gelitten. Oder soll etwa das ehemalige Foto-Wegert-Verwaltungsgebäude an der Ecke Potsdamer Str./Kurfürstenstraße sich messen mit den Liegenschaften am Potsdamer Platz? Weit gefehlt. Doch darüber berichten wir ein andermal.
Wir reiten nach Jerusalem….

Spliff
Video: Spliff auf Youtube
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Jan
13
2009
thomas

Klingelschildbeschriftungen
Man sagt auch: ‘Das Klingeltableau ist die Visitenkarte jedes Hauses!’ Das kommt den Freunden der Theorie bekannt vor, die sagen: ‘Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, was für ein Mensch Du bist!’ -
Liegt eine ordentliche Beschriftung vor, so wissen wir, da kümmert sich jemand drum. Sind die Beschriftungen hingegen mit fransenden Seitenfähnchen erweitert, so hat das Namensschild nicht ausgereicht. Anarchie pur. Wer eine Unternehmensgruppe sein eigen nennt oder die Vielfältigkeit seiner Lebenszusammenhänge, muss sich über moderne Wohnformen nicht beraten lassen. Allerdings kann es sein, er muss nach links und rechts das Klingelschild erweitern. Auch das sieht man hier deutlich. Die Mode der Doppelnamen tut ein Übriges. Und dann gibt es auch immer wieder welche, die nicht beschriftet werden. Was für eine Kalamität? Vielschichtig sind die Gründe dafür. Manche Wohnungen stehen zwischenzeitlich leer, obwohl es von der Straße aus nicht den Anschein macht. Andere wollen ein Leben in der Anonymität. Wieder anderen ist das alles vollkommen wurscht. Dass hier der Bewohner nicht die Familie LIPPERT ist, können wir uns mit Allgemeinwissen erklären.
LIPPERT ist ein Klingelschildtableau-Hersteller. Das ist noch das Original-Leerschild, und Lippert liefert übrigens gute Qualität.
Messing sieht edel aus, aber dazu muss es auch gepflegt werden. Pflegemängel treten zutage durch Schmauchspuren vergangener Bauvorhaben auf den unmittelbaren Nachbargrundstücken. Der Baustaub hat sich schon als Patina draufgelegt. Schade eigentlich, es sollte mal ein schönes werden. Äußerst lustig und mit einem heimlichen Kichern begleitete den Stadtbild-Rezensenten der ‘Rechtsanwald’. Deswegen haben wir dieses Klingeltaster-Schild noch einmal vergrößert und herausgestellt! Der Name existiert nicht wirklich, ein Schelm, der Schabernack trieb. Heute rufts in den rechtsan-WALD: ‘Nachtigall, ick hör Dir trapsen!’ - In einem völlig anderen Haus wie diesem haben die Wohnungseigentümer leere Klingeltaster einfach mit Namen aus den
Loriot-Sketchen beschriftet, damit das Haus ordentlich bewohnt aussieht: dort wohnen ‘Dr. Klöbener, Herr Halmackenreuther und Herr Müller-Lüdenscheid.’ – Ordentlich. Man muss nur genug Fantasie haben und schon findet man in jedem Haus so einen Bewohner!
Schluss mit meinem Schabernack, das berufliches Leben fordert mich ganz und gar, als dass ich es mir erlauben dürfte, die Welt durch so ein schräges Schlüsselloch zu betrachten. Die investigativen Recherchen sind für heute abgeschlossen. Aus Gründen des Tatenschutzes für die Klingelschildbetreiber werden wir die genaue Adresse gezielt verschweigen und bitten um Akzeptanz für dieses hohe Rechtsgut.
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Jan
12
2009
thomas

In der Kammer des Schreckens.
Wir haben es immer gewusst. James Brown war ‘the sex machine’. Eher etwas preußisch nimmt sich dagegen der am Spreequell gelegene Bodensatz der überaus reizvollen
Berliner Philharmoniker aus. Dies wusste schon Architekt Hans Scharoun. Und berücksichtigte es in der Bauplanung. Lange Zeit vor dem berühmt gewordenen Harold Bloomingdale Potter aus England entwarf der begnadete Grand Signeur des Bauens diese ‘Kammer des Schreckens’! Der Einfachheit halber ließ er Anlage 5 (sprich: fünnef) auch gleich mit einbauen. Früher wurden Etats noch ohne Baukostenüberschreitung gesprengt. Oder doch nicht?
Ordentlich beschriftet musste damals alles sein, und so ist es auch noch heute. Anlage 5 war damals technisch sowas von ‘up to date’ – in dieser Zeit noch äußerst selten wurde bereits in Stereo geplant und dann erst recht auch ausgeführt: die Behandlung der Philharmoniker kam nicht dem Schweigen der Lämmer gleich. Unklar ist heute, in welcher Reihenfolge deren Bearbeitung geplant war? Denn die Bedienungsanleitung wurde verlegt. In Ausstellungsvitrinen der Philharmonie zeigt man noch heute das lächelnde, freundlich zugewendete Schwarzweiß-Foto von Herbert von Karajan, nicht ohne an die Folgen des heimlich aufgenommenen Fotos zu erinnern. Richtig sei Gerüchten zufolge, dass dieses so seltene Lächeln durchgefallenen Musikern galt, und nicht etwa einem freundlichen Teamwork. Der Fotograf musste weitgehenden Zorn des Maestros ertragen, der niemals in netter, zugewendeter Mimik abgelichtet werden wollte. Ein klassischer Musiker ist immer ein ernster…. (siehe hierzu weiter unten, Foto Nr. 2)
Für den Rest sorgt die
Deutsche Bank – sponsored by…. Wie hatte doch Marius-Müller Westernhagen einst unvergessen getextet: ‘Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die, die hat das Geld!’ Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz!
Doch nun zu was ganz anderem: In der aus zwei Kammern bestehenden Musikermaschine (Abbildung oben) werden zunächst oben rein alle Musiker geschüttet. Dann fallen sie von dort auf eine Art Schüttelrost, werden durchgeschüttelt, um dann in ein Flusensieb aus Alcantara-Filzwolle zu taumeln. Dort erfolgt die eigentliche Filterung und hinterher eine Komplettbürstung mit echtem Rosshaar. Richtige Rockmusiker fallen gleich durch und werden unten wieder rausgeworfen. Jazzmusiker rieseln filigran in Abzweigschächte, um Libretti der Zuversicht zu spielen. Manch einer verspielt sich dort und fällt auch deshalb durch das engmaschige soziale Netz.
Die ganz klassischen (Musiker) werden sofort in Kammer Zwo (des Schreckens) rein gepustet. Dort erhitzt man sie auf achtzig Grad, indem James Brown und Earth, Wind & Fire ohral (medizinischer Fachbegriff für in die Ohren einträufeln) eingeflößt werden. ‘Every man has a place, in his heart, in his face….’ (Fantasy, Earth, Wind & Fire). Auch in der Berliner Philharmonie gelten strenge Gesetze des Schweigens und der Betriebsgeheimnisse.
Fest steht aber zweierlei: Zum einen ist die Philharmonie auf jeden Fall einen Besuch wert, auch schon wegen dieser in Europa wohl einmaligen, gewissenhaften Vorbereitung der Mitmusiker zum ausführlichen Ensemble-Spiel. Und zweitens hat es noch nie geschadet. Die Berliner Philharmonie öffnet derzeit auch ausführlichste Multimedia-Kanäle, um Stereo- bis Dolby Sourround-Konzerte via Internetz in alle Welt zu verkaufen. Whow!

Herbert von Karajan - seltenes Foto
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Jan
12
2009
thomas

Schornstein Philharmonie
Viel Harmonie in der Wüste.
Viel Harmonie minus drei Grad.
Viel Harmonie ohne Palmen.
Campari auf Tahiti, Bitter Lemon auf Hawai.
(Frei nach ’Monotonie‘, Ideal, Berlin, 1982)
Viel Harmonie in der Ödnis. Philharmonie am Potsdamer Platz. Der Potsdamer Platz ist keine Wüste mehr, war es aber lange, lange, lange. Sehr lange. Gleich nach dem Krieg verkam der Platz zur Steppe. Jetzt finden es die Vögel besser, sich auf den Schornstein der Philharmonie zu setzen, anstatt von Prof. Kleihues Monströsbauten abzustürzen. Auch Vögel haben ein Gleichgewichtsorgan. Deshalb fallen sie auch nicht von der Stange.
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