Aug
23
2009
thomas

Gästebucheintrag von Thomas Gotthal - Max-Liebermann-Villa
Eine Zehlendorfer Familie, 2 Erwachsene, 4 Kinder, möchte den Kopf etwas frei bekommen. In ihrem Zuhause, einem kleinen Zweifamilienhaus, treibt sich im oberen Geschoß, seit einer Woche ein Stalker herum und zeigt permanente Anwesenheit. Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung: Die Eltern schlagen den Kindern vor, einen Ausflug zur Max-Liebermann-Villa in Berlin-Wannsee zu versuchen. Die schönen Künste, ein berauschend schönes Anwesen soll es sein, Schilderungen von vormaligen Besuchern zufolge. Das Anwesen ist pittoresk, großzügig gelegen mit Wasserzugang. Beim Durchschreiten der Außenanlagen straßenseitig ist die Blumenfülle erstaunlich, auch wenn eine Wespe gleich den Sohn sticht. Eine Mitarbeiterin der Villa hat in ihrem privaten Täschchen zufälligerweise einen Insektenstich-Stift. Der hilft. Es folgt eine Innenbesichtigung des Hauses, man kann schauen im Erdgeschoß, man kann weiter gehen ins Obergeschoß. Im Erdgeschoß am Eingang liegt ein Gästebuch aus. Gäste aus aller Welt tragen hier ihre Bemerkungen ein. Thomas Gotthal trägt ein: ‘Dieses Anwesen hat sogar den Nationalsozialismus überstanden, ganz im Gegensatz zu der Witwe von Max Liebermann. In Ihrem Gedenken. Thomas Gotthal.’
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Aug
20
2009
thomas

Mehr als 15.000 km von Berlin entfernt!
Er ist Halb-Australier, mütterlicherseits. Im Alter von nur neun Monaten schiffen seine Eltern sich nach Berlin, Deutschland, ein. Der Bruder seines Vaters hat ein Angebot geschickt. Eine Firma gründen. Das ist lange her.
Nun ist er wieder da, dort in Australien, und der Wegweiser, den wir sehen bescheinigt eine Entfernung von mindestens 15.000 km nach Berlin. Nach Hause. Es ist heiß im Sommer 2005 in Australiens Wüste. Der Sommer in Australien findet bekanntlich während des deutschen Winters statt. Er war schon oft in Australien. Allerdings immer allein. Doch dieses Jahr ist alles etwas anders. Er verspricht ‘seinem’ Mädchen die große, weite Welt. Er ist eine sensible Seele, war als Sporttaucher auch in Ägypten am Roten Meer unterwegs. Früher hatte er immer angerufen und herzerschütternd geweint: ‘Ohne dich fahre ich nie wieder weg.’ Jetzt hat er (endlich) Wort gehalten. Sie sind in Australien. Mehr als 15.000 km von Berlin entfernt.
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Aug
17
2009
thomas

In Berlin-Zehlendorf gibt es einige Seen, die sich als gedachte Perlenschnur durch den Grunewald, die Lunge Berlins, ziehen. Dazu gehört die Krumme Lanke, die sich als drittsüdlichster See an der Grunewaldseenkette entlang zieht. Der See ist bis zu 6,60 m tief und hat eine ungefähre Wasserfläche von 154.000 m². Die Ufer des Sees sind fußläufig bestens zu bewandern. Im Sommer gibt es eine sich teils verändernde Anzahl von Badestellen, genannt Strand. Während ganz vorn an der Fischerhüttenstr. die Badewiese herumlungert, auf der sich gern Nackedeis ihr Gemächt streifenlos bräunen, ziehen sich an der Südseite des Sees noch mindestens drei bis vier weitere benennbare Bade-Buchten entlang, die je nach Belieben von Überzeugten angesteuert werden können. mugshooting.de hat eine investigative Badebucht-Recherche an der speziellen Badeinbuchtung unternommen, die die Zehlendorfer “Affenschaukel” nennen. Denn der dort mittig angelegte Baum hat ein langes Seil dran, und niemand weiß, wer es einst aufgeknüpft hat. Richtig: Wären die Leute hier überwiegend ‘nackert’, könnte sie anstatt Affenschaukel Schweinebucht heissen, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Belegung speziell der “gedachten Badebucht Affenschaukel” hat sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren stark verändert. Während noch 1980-1985 hier die Zehlendorfer ‘Freaks’ saisonal fast wohnten, also verlässlich dort anzutreffen waren, ist das Kleinod heute eher ein Treffpunkt von badenden Familien unterschiedlicher Nationalitäten und jugendlich Heranwachsender, etwa Anfang Zwanzig, die ihre blassen Körper mal ins Licht halten möchten. Früher war alles ganz anders: Der Anfang der 80-er dort anreisende ‘Badewillige’ war erst in zweiter Linie am regelmäßigen Bad im feuchten Nass der Krumme Lanke interessiert. Man lief mit Jesuslatschen, Jeans und über der Hose getragenen, wallenden Gewändern Richtung Affenschaukel. Man konnte die Affenschaukel auch hören, denn immer waren welche zugange, die irgendwelche Percussionsinstrumente, wie Bongos, Congas und dergleichen mitbrachten. Es war percussiv zu hören, in welche Richtung man fußläufig zu laufen hatte. Viele brachten auch Gitarren mit, darunter schlechte mit Nylonsaiten, die fest für den Außengebrauch bei Wind und Wetter vorgesehen waren. Einige wenige brachten richtige, gute Westerngitarren mit.
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Aug
16
2009
thomas
Seelingstr., Berlin Charlottenburg – Klausener Platz Kiez

Die Gäste warten auf ihr Essen, Kim verspricht, es ist bald da. Kim ist unsere Bedienung.
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Aug
16
2009
thomas

Karena & Günter Römer - Foto: Thomas Gotthal (2009)

Logo von Starbucks Coffee
Die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks Coffee eröffnet stadtweit Filialen, in denen süffige, koffeinhalte Substanzen inhaliert werden können. Gegen ordentliche Bezahlung. Ganz billig sind die klein, mittel oder groß portionierten Tassen mit ‘der braunen Plörre’ eher nicht. Das tut dem Erfolg der Kette keinen Abbruch. An der Schloßstr., Ecke Feuerbachstr. ist eine von mehreren Filialen auf der Steglitzer Shoppingmeile. Shopping hin, Shopping her: Dass es eine Art Kiezcharakter auch im Steglitzer commercial spot gibt, wird niemand bestreiten können. Heute ist hier auch Günter aus der Ahornstr. erschienen und hat Karena, seine Frau, mitgebracht. Sie fallen uns auf durch ein sehr ungewöhnliches Outfit, das uns anlacht, das uns gefällt und von dem wir glauben, es irgendwo anders schon mal gesehen zu haben.
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Aug
15
2009
thomas
Blick auf die Bar des Restaurants in der Kantstraße. Hier gibt es gute
Sushis.

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Weiterführende Links
Kritik Restaurant Soy auf gesichtspunkte.de
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Aug
14
2009
Elke Pohl

Deutsches Currywurstmuseum - Foto: Elke Pohl
Zwei Tage vor der Eröffnung des Deutschen Currywurst Museums am 15. August ab 12.00 Uhr konnte mugshooting.de ein Pressegespräch und ein Preview in den künftigen ‘Hallen der Wurst’ wagen. Warum nun gerade dieser Tag, denn am 13. August wurde ein großes Kapitel deutscher Geschichte geschrieben? Dem Gedenktag des Berliner Mauerbaues zum Trotz erschien eine beachtliche Menge Journalisten. Das Interesse muss groß sein, eventuell geht es “um die Wurst”. Immerhin stellt die Imbissbude einen Ort grundsätzlich tiefendemokratischer Kommunikation dar. Während einer an der Wurstpelle ‘zuzelt’, leckt ein anderer Mayonnaise vom Pommes-Teller, und ein Dritter kommentiert das Kiezgeschehen, während er durstig an einem warmgemachten Kakao nuckelt. Daher darf man die Eröffnung eines derartigen Museums durchaus am 13. August eines jeden, weiteren Jahres der geneigten Presse vorstellen.
Nach mehreren Jahren konnte der Initiator und Kurator Martin Löwer jetzt sagen: “Eine Idee hat ihr zuhause” gefunden. Das Deutsche Currywurst Museum ist ein besonderer Beitrag zur Bereicherung des Erlebnisses Berlin, sagt Löwer. Es verbinde auf unterhaltsame Weise Spaß, Erlebnis und Wissenszugewinn. Die Frage, ob in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise gerade jetzt die Zeit richtig sei für ein derartiges Debüt eines frühen, berlinspezifischen Fast-Food-Produkts sei, beantwortete Martin Löwer:
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3 Kommentare | Tags: Berlin, Mitte, Schützenstr. | gepostet in Berlin, Mitte