Die Flachdachrichtlinien sagen was anderes, als in der Praxis gelebt wird….

thomas
Flachdachfläche auf Eingangsvorbau

Flachdachfläche auf Eingangsvorbau

Ohne Moos nix los?

Auf dem Foto einer Flachdachfläche in Berlin-Zehlendorf sieht man, dass was los ist auf der Flachdachfläche auf einem Eingangsvorbau. Moos hat sich gebildet. Links sieht man noch einen Flicken, da wurde schon mal gedichtet. Rechts hat sich die Dacheindichtung inklusive Hochführung (am Wandanschluss) aufgelöst. Sie krumpelt so vor sich hin. Im Bereich des hinteren Wandanschlusses hat sich die Dichtung ebenfalls großflächig abgelöst.

Seit einiger Zeit klagen die Bewohner über Feuchteschäden im Bereich der darunter befindlichen Rigipsdecken. Feuchtigkeitsflecken sind da, und hier sind auch in die Decke eingelassene Deckenstrahler schon immer wieder mal durchgebrannt. Heute ist der Tag der Abrechnung. Ein Dachdeckerbetrieb ist erschienen und besichtigt alles eingehend. Es werden Fotos angefertigt, vom Ist-Zustand. Auch auf einer weiteren Vordachfläche (eines anderen Eingangs) ist ein Malheur zu besichtigen. Auch hier Wasserdurchbrüche. Wieder einmal wird offensichtlich: Die Flachdachrichtlinien sagen etwas anderes, als tatsächlich gelebt wird. Tatsache ist, dass keiner die Flachdachrichtlinien gewissenhaft beachtet. Die erste verletzte Grundregel lautet: Flachdächer brauchen eine wiederkehrende Wartung.

Detlef Strauch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, sagt z.B. dazu folgendes, auszugsweise, Zitat:

” Zur Erhaltung von Dachabdichtungen sind Pflege– und Wartungsmaßnahmen erforderlich. Die rechtzeitige Durchführung dieser Maßnahmen setzt eine regelmäßige Überprüfung der Dachabdichtung voraus. Dies ist im Rahmen einer Begehung und Besichtigung durch einen Fachkundigen durchzuführen. Der Umfang der Maßnahmen ist abhängig von der Alterungsbeständigkeit der Dachabdichtung, die im Wesentlichen durch deren Qualität und die Art des Oberflächenschutzes bestimmt wird. Es wird empfohlen, dazu einen entsprechenden Inspektions– und/oder Wartungsvertrag abzuschließen. Pflege von Dachbegrünungen ist regelmäßig durchzuführen.
Die Inspektion ist die Feststellung des Zustandes der Dachabdichtung nach Augenschein, einschließlich der An– und Abschlüsse sowie der Durchdringungen. Die Ergebnisse der Inspektion sind schriftlich zu dokumentieren. Das Protokoll soll Angaben zu den festgestellten Schäden, gegebenenfalls zu erforderlichen weiter gehenden Untersuchungen und zu Art und Dringlichkeit von notwendigen Maßnahmen enthalten.
Die Wartung umfasst beispielsweise folgende Aufgaben:
–die Beseitigung von Verschmutzungen, Laub und unerwünschtem Pflanzenbewuchs,
–die Reinigung der Dachabläufe,
–Ausgleichen von Kiesverwehungen,
–Reinigung von Be– und Entlüftungsöffnungen.” (Zitat Ende) – Der ganze Vortrag hier.

Und jetzt die Kernfrage: Wer macht das wirklich? Niemand. Man verfährt eher nach dem Motto: ‘Wenn’s durchregnet, dann meldet sich jemand.’

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Flachdachfläche, Vorbau Haupteingang

Flachdachfläche, Vorbau Haupteingang

Auch die zweite gezeigte Fläche desselben Hauses, anderer Hauseingang hat solche Verwahrlosungserscheinungen. Auf der Fläche steht das Wasser, und weil es die Schwerkraft so will, drängt stehendes Wasser den Gesetzen der Schwerkraft ‘nach unten’. Wenn da ein Loch drin ist, in dieser Schicht, dann ist’s nicht nur Essig mit der Abdichtung, sondern auch ärgerlich für die darunter im Treppenhaus montierten Deckenleuchten. Dann gibt’s immer wieder ‘einen Kurzen’, wobei das elektrotechnisch zu verstehen ist.

Interessant auch, wie eine Aufkantung auszubilden ist, entnommen aus dem Fundus der Website architekturbuch.com. Die im Ixel gezeigten ‘Eiskeile’ werden gern vergessen und was dann? Diese sollen bei UV-Einstrahlung und Witterungsumschwüngen die zu starke Eckbelastung der aufgekanteten Dichtungsbahn abmildern.

(Quelle: architekturbuch.com)

(Quelle: architekturbuch.com)

Löcher in der Aufkantung

Löcher in der Aufkantung


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