Dez
9
2009
thomas

http://www.farbtopf-schroeder.de
Schon seit 2001 ist Malermeister Schröder im Auftrag seiner begeisterten Kunden unterwegs…und auch heute Morgen. Aber muss es unbedingt heute Morgen sein?
Die Branche der Pigmentverteilungstechniker hat heute Morgen andere Prioritäten wie auch weitere Autofahrer, die in der Leichhardtstr./Ecke Ihnestr. in Berlin-Dahlem unterwegs sind. Die Uhrzeit: 07:52 Uhr. Richtig, es ist höchste Zeit, auf die Tube zu drücken. Damit sind wir bei den unterschiedlichen Interessenlagen. Malermeister Schröder und seine Pinselschwinger haben vermutlich einen Auftrag, zu dem sie nicht zu früh erscheinen dürfen. Die Firma kommt aus Falkensee, das ist ein Stück weit weg. Fest steht aber, sie müssen pünktlich erscheinen. Der Kunde ist nicht mehr im Morgenrock und erwartet termingetreue Handwerker. Die Verabredung lautet: morgen früh Punkt 8 Uhr bitte erscheinen.
Also hat Farbtopf Schröder (so der Name der Website) noch Zeit, es sind noch 8 Minuten. Er juckelt durch die Straßen von Dahlem, dass es nur so eine Freude ist. Im Gegensatz dazu fährt direkt hinter ihm ein genervter Vater schulpflichtiger Kinder. Hier lautet die Verabredung etwas anders. Richtig ist, er ist spät los gefahren heute Morgen, und die Kernverabredung lautet: Bring das Kind recht zeitig, so dass es um Punkt 8 Uhr bereits zur Beschulung bereit sein kann. Dazu gehört noch das richtige Maß an gedanklicher Vorbereitung. Jacke ausziehen, Schulranzen verstauen, die Hefte für die erste Stunde bereitlegen.
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Apr
29
2009
thomas

Jedenfalls in solchen Bezirken von Berlin, in denen die Straßen klein und eng sind, kommt es an mehreren Tagen der Woche zum zeitlichen Supergau. Es quälen sich orangefarbene oder blaue Monster wie dieses an den Anrainergrundstücken entlang. Sie haben strikte Routenpläne und sollen mit hoher Zuverlässigkeit entsorgen kommen. Die Müllmänner. In diesem Fall orangefarbene. Die weltlichen Wirkungen der in Teilbranchen zerfaserten, ja, zersplitterten Müllentsorgung für Restmüll, Papier, Glas, Biomüll und vieles mehr haben zur Ausgründung von orangefarbenen Unternehmenstöchtern geführt. So kalbte die BSR (Berliner Stadtreinigungsbetriebe) und gebahr einen Sohn, oder war es eine Tochter, die BRS Berlin Recycling Services GmbH. Aus eins, eins, eins, mach doch zwei, was ist schon dabei, so ähnlich sang Hildegard Knef lange bevor orange in Berlin zur Kultfarbe avancierte. Was pfiffige Werbeagenturen alles so schaffen!
Und jetzt steht dieses Monstrum da und kein Mann weit und breit zu sehen. Doch da hinten, auf dem Grundstück rechts, da karren irgendwelche muskelbepackten Müllmänner Tonnen daher. Der Ärger der Anwohner besteht in zu viel Lärm, zu oft durchgeführten Entsorgungsterminen und wenn Du Pech hast, steht jeden Morgen schon in der Frühe ein laut lärmender, stinkender Müllwagen vor Deiner Tür. Und dann haben diese für die Straßen hier viel zu großen Lastkraftwagen auch noch ‘offizielle Sonderrechte’. Es heißt wohl, die Müllentsorgung liege im öffentlichen Interesse. Darüber muss man nicht streiten. Warum aber ‘diese Holzköppe’ (dieses Beispiel, nicht generell) den Wagen an dieser Stelle mitten auf die Straße stellen und nicht drei Meter weiter vorn links an den Bürgersteig heranfahren, wird ihr Geheimnis bleiben. Die Antwort ist einfach: Der Mensch ist faul und wenn er Rechte hat, reicht es aus, wenn er sich auf diese beruft. Die Einzelfallprüfung, ob nun gerade die hier abgebildete Situation auch von einem rücksichtsvollen Miteinander der Müllmänner zeugt, oder von zu großer Faulheit, überlassen wir der Bewertung des Betrachters. Wer sich morgens früh um kurz vor 8 Uhr auf eine Schule zubewegt, zu der pünktliches Erscheinen Pflicht ist, gerät so leicht in einen Strudel ‘fehlender fünf Minuten’. Das merkt man übrigens auch den Autofahrern an, die um diese morgendliche Zeit schon allerhand automatische Aggressionen mit sich transportieren; sie schneiden, nehmen Vorfahrten weg und fahren rechts an Linksabbieger-Kreuzungen ran, indem sie den bereits dort Wartenden die Sicht auf den rechts herannahenden Verkehr komplett nehmen. Dies alles nützt jedoch nichts, wenn die Mülle da ist, wo sie hier ist: die Mülle steht rum wie ein Platzhirsch und der eilige Morgenritt Richtung Arbeit, Schule oder anderswo wird zu einem beliebig langen Wartespiel.
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