Feb 12 2011

194/10: Neukölln: Das Rennen ist längst entschieden, der Song steht!

thomas

“U-Bahn hin, U-Bahn her, in Neukölln” (Schlachtruf von Rupert´s Kitchen Orchestra)

Der Stadtteil Berlin-Neukölln hat Mitte letzten Jahres via Heimathafen Neukölln seine Identität gesucht. Man fand, es wäre nun nach mehr als dreißig Jahren an der Zeit, eine neue Bezirkshymne auszuloben. Denn was auch immer sich zwischenzeitlich in Berlin-Neukölln abgespielt habe: es sei im Vergleich nicht so wie in Brandenburg.

Das hatte Rainald Grebe mit und teils ohne seine Kapelle der Versöhnung intoniert, oft am Flügel und mit einem sonoren Unterton. Neukölln ist jedenfalls, um das gleich ganz klar zu sagen, nicht Brandenburg. Brandenburg hätte es auch auf diese Website nicht leicht geschafft. Denn mugshooting.de ist nicht ein virtueller Lundesband-Atlas für Brandenburg, sondern eine virtuelle Stadtverführung durch Berlins gesammelte Bezirke.

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Mrz 1 2010

150/10: Frisch aus Neukölln: Was Massagebranche und Körperinstituten fehlt, ist Beständigkeit

thomas
Institut für Körperarbeit & Massagen

Institut für Körperarbeit & Massagen

So war das: Ich war hochinspiriert und dachte an nichts Böses. Es war sozusagen Kommissar Zufall. Während ich in Berlin-Neukölln zufällig die Straße entlang schlendere, stoße ich auf dieses Schild. Institut für Körperarbeit & Massage. Im Erdgeschoss-Fenster angebracht, also auch für ältere Semester (Generation 40Plus) wie mich gut erreichbar. Prima, denke ich, endlich mal jemand, der auch an mich denkt.

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Feb 17 2010

146/10: Foto.Podcast: Im Elsen-Spätkauf ist manches noch zu haben zu haben

thomas

…wenn die anderen Läden schon zu haben. Aber auch nicht alles! Das
liegt in der Natur der Sache.
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Feb 16 2010

145/2010: Berlin-Neukölln: Du bist Deutschland!

thomas
Du bist Deutschland!

Du bist Deutschland!

Wer hätte das gedacht? Irgendetwas muss in die Deutschen gefahren sein 2006, als Fußball-WM war. Seit dieser Zeit immer wieder zu sehen: vom Balkon die Deutschflagge gehisst! Du bist Deutschland. Wer käme auf die Idee, dies dauertransparent zu machen. Ist denn das so etwas Schönes? Bemerkbar ist allerdings für den Stadtneurotikeranalytiker: Die Intensität der Beflaggung an öffentlich sichtbaren Stellen hängt auch von der Idee Gegend ab, in diesem Fall im äußersten Zipfel von Neukölln, Ausfallstraße Richtung Treptow. Es muss von der Gegend abhängen, wie stolz man ist. Oder wie stark man es sich vor Augen halten muss. Um es nicht zu vergessen!

Weiterführend


Nov 18 2009

Die Zeitmessung erfolgt nicht ganz korrekt in Berlin-Neukölln in der Wildenbruchstr.

thomas
Unkorrekte Zeitmessung - Berlin-Neukölln

Unkorrekte Zeitmessung - Berlin-Neukölln

“Tickin´away the moments that make up a dull day” (Pink Floyd, Time – The dark side of the moon, 1973)

Richtig ist: Die fotografische Aufnahme erfolgte exakt um 12:07 Uhr, mittags, high noon. Der Balkon (die Loggia) eines Mehrfamilienhauses in Berlin-Neukölln, Wildenbruchstr.. Der Mann (oder die Frau?) hat das Problem nicht in den Griff bekommen. Denn die Uhr ist aus der Zeit gekommen. Nun hängt sie vollkommen zeitlos da und zeigt uns an, dass um 08 Uhr morgens (oder war es 20 Uhr abends?) das letzte Mal einer da auf dem Balkon (der Loggia) war. Es ist eventuell ein Raucherbalkon. In der Wohnung darf seit längerem nicht mehr geraucht werden, hatten sie gemeinsam entschieden. Um insbesondere in der kalten Jahreszeit nicht vollständig festzufrieren, beispielsweise am Balkongeländer, hat er da diese Uhr hingehängt. Das war damals. Jetzt hängt die Uhr da und ist stehen geblieben.

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Nov 18 2009

Berliner Gedenktafeln: Heinz Kapelle wohnte in der Weserstr. 168 in Neukölln

thomas
Berliner Gedenktafel - Heinz Kapelle

Berliner Gedenktafel - Heinz Kapelle

Es gibt etwas, das macht einem richtig Spaß. Das ist (mittlerweile) das Stöbern in gebrannten CDs und DVDs. Man findet dann wieder ältere Fotos, die man aus Platzgründen schon von der Festplatte verbannt, nein verbrannt hat. Weg gebrannt. Doch solche alten Fotos sind gekommen, um zu bleiben, sie gehen nicht mehr weg. Wenn man dann Jahre später wieder ein Foto benötigt, wird der Plastikständer mit den selbstgebrannten (vormaligen) Rohlingen herausgeholt und die Suche beginnt. Man war damals (wie übrigens heute noch) weit davon entfernt, die sich anbietenden Möglichkeiten einer Verschlagwortung, der Hinterlegung von Tags, Geodaten und dergleichen zu frönen. Viel zu aufwendig. Auch wurden die Fotos damals nicht bearbeitet: keine Zeit.

Und jetzt taucht so ein Streifzug durchs winterhafte Neukölln anno domini Februar 2006 wieder auf. Vor unserem geistigen Auge steht an einer Gedenktafel der Name des deutschen Kommunisten Heinz Kapelle. Die Berliner Gedenktafel, finden wir, ist eine gute, sinnvolle Einrichtung, die uns deutlich macht, woran wir vorbeilaufen, und dies meist gedankenlos. Es gibt sie seit 1986. Wie viele mittlerweile in Berlin hängen? Das wissen wir nicht. Die von uns fotografierte Tafel findet sich nicht in folgender Auflistung. Oder voller anderer, weit wichtigerer Gedanken. Wir sind immer so sehr mit uns selbst beschäftigt, zuweilen auch mit uns selbst als Vertreter Dritter. Das ist von Beruf zu Beruf unterschiedlich.

Mit einer gespürten Verzögerung von fast drei Jahren erinnern wir das Vorbeiflanieren an dieser Berliner Gedenktafel aus Anlass einer versuchten Verwaltungsübernahme für ein bankrott gegangenes Haus ‘umme Ecke’ (wie der Berliner sagt). In der Weserstr. 168 in Berlin-Neukölln hängt diese Tafel seit 1993 und erinnert an Heinz Kapelle. Nie gehört, den Namen. Und das Haus ‘umme Ecke’, da haben wir lieber gleich die Finger von gelassen. Im Nachhinein richtig. Wir müssen nicht jedes Haus verwalten, obwohl.., doch lassen wir das.

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Sep 25 2009

YippiejajaYippieYippieYeah! – Die Hornbach-Werbung gefällt und lädt zum Denken ein!

thomas
Hornbach-Variante Original (Quelle: Thomas Gotthal)

Hornbach-Variante Original (Quelle: Thomas Gotthal)

Wir sind auf dem Durchritt durchs Berliner Arbeiterparadies Neukölln. Das ist da, wo Kurt Krömer ursprünglich wohnte, als er noch einen bürgerlichen Namen besaß. Unser Parforce-Ritt auf zwei Rädern führt uns von der Columbiastraße Richtung Neukölln auf die Kreuzung Hermannstr./Ecke Flughafenstr. Während wir daran vorbeirauschen, sehen wir aus einem Augenwinkel da ein monströses, orangefarbenes  Plakat hängen.  In Berlin war nach unserer Meinung die Farbe orange für die Berliner Stadtreinigungsbetriebe geschützt. Aber das ist ein Irrtum, wir sind da blutige Laien. Nur die Telekom kann Magenta für sich beanspruchen, alle anderen haben freie Farbauswahl. Wir sind auf einem dienstlich veranlassten Hinweg. Sofort nehmen wir uns vor, auf unserem dienstlich veranlassten Rückweg an dieser Kreuzung nochmals zu halten und das Plakat in Ruhe zu betrachten.

Und so geschieht es auch.

Rückweg. Die Plakatwand ist in sich richtig, perfekt platziert und sozusagen “nomen est omen”. Glückwunsch an die Marketing-Strategen, deren lustige Werbung ohnehin positiv auffällt im Meer der multimedialen Belanglosigkeiten anderer Marketing-Platzhirsche. Nein, hier stimmt einfach alles: Das Plakat ist nicht nur ein Plakat, sondern es atmet im Verbund mit diesem Haus eine Art Corporate Design, und unser Bürgermeister würde sagen: ‘Das ist auch gut so.’

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Sep 7 2009

Walter R. (bald 89) hat schon immer hier gelebt – Kurzporträt eines Neuköllners

thomas

Banner geschichtlicher Augenblick

Walter R. (88 Jahre), Neukölln

Walter R. (88 Jahre), Neukölln

(Du musst jeweils auf die Bilder klicken, um sie in groß anzusehen.)

Walter R. (88) sitzt am 07.09.2009 in sehr guter Form und mit aktivem Gestus vor uns auf einem Stuhl. Wir sind sehr bei der Sache. Die Sonne scheint schon etwas herbstlich. Wir sitzen in der Elsenstr., Berlin-Neukölln, auf einem Laubengang im Hochparterre bei unseren griechischen Gastgebern. Es gibt einen Kaffee griechischer Art, das ist der mit Bodensatz drin, den man besser nicht mittrinkt. Das gibt so sandige Zähne, aber wenn man sich vorsieht, ist ein griechischer Kaffee etwas Leckeres.

1920 wurde Walter R. hier geboren, in dieser Wohnanlage, ach nein, in einem Altbau, der nur noch einzeln hinten im Hof steht, während zur Straße hin ein Neubau 1960 errichtet wurde und im Hof ein zweites Gartenhaus als Neubau. Eben die für diese Zeit so typischen Laubengänge, und manche der Bewohner machen es sich auch gern mal ein bisschen bequem dort, auf dem Laubengang. Die Zeit hat die Gegend sehr geschliffen. Nur Walter R. nicht, der ist fidel, agil, omnipräsent, bei ganz, ganz klarem Bewusstsein. Er hat sein Herz auf dem rechten Fleck und war lange Jahre Taxifahrer (seit 1959). Heute ist er Rentner.

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Jun 24 2009

Der Friseur

thomas
Fassadenfreischnitt geplant

Fassadenfreischnitt geplant

Heinz Buschkowsky, Bürgermeister (Quelle: berlin.de)

Heinz Buschkowsky, Bürgermeister (Quelle: berlin.de)

In Neukölln hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Die Elsenstr. ist zu einer stark befahrenen Durchfahrtsstrasse mutiert. Der Wegfall der Mauer impliziert neue Verkehrsadern, und dabei reden wir gar nicht erst von geplanten Trassenerweiterungen der Südtangente, die in diesen Wochen so manchen Bewohner in der näheren Gegend “auf Brast” bringen. Vorne ist die Anmutung von Straßen noch kopfsteinplasterartig, und der Bezirk Neukölln unter Leitung seines streitbaren und über Bezirksgrenzen hinaus bekannten Bürgermeisters Heinz Buschkowsky (SPD) sagt, er habe “viel zu wenig Geld” für Straßendecken. Neukölln ist aber nicht nur grau gepflastert, sondern Neukölln hat auch ganz viele grüne Ecke, wo in Innenhöfen aus der Nachkriegszeit erst einmal eine Hofentkernung stattfand (Beseitigung von Bombenschäden, teils durch Wegriss von alten Gebäudebestandteilen, wie Seitenflügeln oder Hinterhäusern. Im feineren Neukölln kommt hie und da auch mal der Friseur zum Hausbesuch. Wenn Else einen neuen Haarschnitt wünscht, dann Kurzhaarschnitt. In diesem Fall handelt es sich um Efeu, der -einmal beschnitten- ausgesprochen lebhaft wuchert. Und infolgedessen müssen sich Menschen Gedanken darüber machen, welcher Turnus eines geübten Fassadenfriseurs hier wohl angebracht ist. Im hier dargestellten Fall konnte das auch recherchiert werden. Gerade mal zwei Jahre benötigt ein solches Kletterensemble, um sich am vorgesetzten Treppenhausturm erneut wieder hochzuranken.

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