Aug
10
2011
thomas


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Berlin-Prenzlauer Berg: "green living"
Immer wenn ich traurig bin, trinke ich noch nen Korn.
Wenn ich dann noch traurig bin, trinke ich noch nen Korn.
Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch nen Korn.
Und wenn ich dann noch traurig bin, fang ich an von vorn.
(Heinz Erhardt)
Es sind die Farben der Narben, die die Menschen bei bedeutungsarmen Wagnissen des Lebens ausbremsen. Es ist schlicht der Mut, der gut tut, Emotionen wie Blut. Nur jeder Vierte wurde früher gevierteilt, der Zehnte hingegen wurde abgeführt. Deprimierte Frustrierte fanden stets Erlösung im Farblosen, im Durchsichtbaren, im wasserklaren Korn, wie Heinz Erhardt dichtete. Das war die Durchhalteparole des persönlichen Fortschritts. Bei ihm wurden selbst quietschegelbe Zitronen sauer, mit Power. Grün gilt allgemein als die Farbe der Hoffnung und “grün zu leben” erscheint uns als eine besonders klug gewählte Raffinesse. Whoopi Goldberg hingegen verdiente sich Weltruhm schlicht und ergreifend mit “die Farbe Lila“, schlechter Deutsch, siehste.
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Jan
1
2010
thomas

Knaackstr./Ecke Danziger Str., Prenzlauer Berg
Obwohl die Gegend seit Jahren im Kommen sein soll, lässt sich dies bei einem fußläufigen Streifzug durch die selbe nicht bedingungslos aufrecht erhalten. In der Fußgängerzone dominieren die Fast-Food-Patriarchen aller möglichen Nationalitäten. Es hat was von beliebig sein und erinnert 20 Jahre nach dem Mauerfall unglücklicherweise auch an andere Ecken im ehemaligen Westteil der Stadt, in denen sich anstatt Qualität Beliebigkeit breit macht. Irgendwie fehlt eine stadtplanerische Hand, die eine Vision verfolgt.
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Mai
30
2009
thomas
Zweimal dasselbe Foto, einmal in Farbe, einmal in Sepiatönung. Imposanter Blick in den Himmel, erreichbar über die Treppenstufen (Balkone) des Eckhauses. Guter Blick.

Danziger, Ecke Knaackstr., Prenzlauer Berg

Danziger, Ecke Knaackstr., Prenzlauer Berg
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Jan
27
2009
thomas

Kulturbrauerei, Gelände, Prenzlauer Berg
In Berlin leben derzeit 190 verschiedene Nationalitäten einträchtig nebeneinander. Dennoch kommt es hier und da zu kleinen Reibereien. In Marienfelde erlebe ich Kulturkampf pur auf einem Trödelmarkt. In Sachen »Ethik oder Religion« sammelt dort eine Kampagne Unterschriften, die von christlichen Kirchen initiiert wird und darum barmt, auch weiterhin an staatlichen Schulen Religionsunterricht veranstalten zu dürfen. Ich gehe schnell weiter.
Doch bereits an der nächsten Ecke bremsen mich moderne Kreuzritter. Sie versuchen mit kruden Argumenten, meine Stimme gegen die Errichtung von Moscheen zu kassieren. Islam-Bashing heißt dieser Trend, der dem Andersgläubigen das Streben nach der Weltherrschaft unterstellt und dabei klammheimlich den »richtigen« Glauben propagiert. Ich fühle mich unwohl, entere die S-Bahn und fliehe gen Mekka.
In »Prenzelberg« ersehne ich Ruhe und Frieden. Der derart liebevoll abgekürzte In-Bezirk Prenzlauer Berg im Osten Berlins löste nach der Wende den im Westen gelegenen Kreuzberg als Hochburg der Alternativen, Künstler und Freaks ab. Kreuzberg, das bis 1989 im Schatten der Mauer verkümmerte, stieg zum neuen Augenstern der Spekulanten auf. Alternativ bot der Prenzlauer Berg mit seinen unsanierten Mietskasernen und verlotterten Höfen die stilechte Kulisse für das Leben der städtischen Subkultur. Es wurde zum idealen Rückzugsgebiet für Lebenskünstler und Habenichts, die sich nostalgisch am verblassenden Schein des Realsozialismus wärmten.
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Dez
17
2008
thomas

Balkonidyll, Prenzlauer Berg
Der Balkon, der Balkon – man kann ihn noch so zu verschönern suchen, und es sei es mit kleinen tibetischen Sonnenschirmchen in glänzend gold-orange. Wenn die Substanz nicht gut ist, verkommt der Schmuck zum Anschlag auf den zutreffenden Gesamteindruck.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Vielzahl von Berliner Fassaden begradigt, der Stuck wurde abgeschlagen, und an die Stelle von Schönheit und Potenz trat Rauputz oder Kieselkratz. Nur die Fensterfaschen wurden noch ausgebildet. Nach der Wende haben nicht wenige Häuser nicht zurückgefunden zu renovierungswilligen Alt- bzw. Neueigentümern. Sie -die Häuser- dümpeln nun dahin und eventuell fällt uns zwar der Himmel nicht auf den Kopf, wie Asterix es immer befürchtet. Dafür fällt uns aber umso mehr einer von diesen Balkons aufs Kreuz. Die Haftpflichtversicherung wird sich bedanken. Denn dann ist es zu spät.
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Nov
11
2008
thomas

Seit 1988 wird an jedem 1. Dezember der Weltaidstag weltweit begangen. Eine Art vorauseilender Gehorsam fiel uns an dieser Kunstskulptur im Ensemble der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg auf. Gemäß Eigenwerbung der Kulturbrauerei (
Website) ist der Platz ‘the place to go’ -und sicherlich auch für die Mieter- ‘the place to be’. Auf rund 25.000 m² Gesamt-Grundstückfläche tummeln sich Gewerbetreibende, Veranstalter von Kultur und alle möglichen weiteren ‘Multiplikatoren’. Am 10. November lümmeln dort auch die ‘Fine Young Cannibals’ (Hit
She drives me crazy) vor einen Auftritt nachmittags herum, und offenbar bereits in die Jahre gekommen. Der Zufall will, dass die Herren aus Birmingham kommen, wie auch der Herr, der uns besucht und nun Berlin sieht als eine Stadt mit großen Besucherzahlen aus Birmingham. Kommissar Zufall.
Dass aber der abgebildete Herr aus Bronze ein Gummitütchen über seinen Schniedelwutz gezogen bekam, hat dem Vernehmen nach weder mit der Absicht zu tun, einer Ausweitung des Festivitäten-Kalenders Einhalt gebieten zu wollen, noch mit einer besonders findig erdachten Werbestrategie für Knorr-Tütensuppen. Fest steht nur: es wurde bemerkt, und auch von uns. Selbst wenn das Novemberwetter grau und trist daherkam, so erfreute uns doch die Idee, der weiteren Kunstausbreitung im Kiez Einhalt gebieten zu wollen. Vermehrt Euch nicht mehr weiter, denn in dem solitären Auftreten von lediglich zwei Bronzefiguren, Männlein und Weiblein, liegt schon alle Schönheit dieser Welt. ‘Safer Art’ anstatt ‘safer sex’, warum auch nicht?
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Nov
10
2008
thomas

Die Möbelcrew war unterwegs
Wir laufen die Danziger Str. in Prenzlauer Berg entlang. Unser Blick schweift umher. Auch oben an der berühmten ‘Berliner Traufkante’ entlang. Was uns hier wie da, kurz überall, auffällt, ist, mit welchem Elan die Graffitysprayer immer wieder unterwegs sind. Man denkt sich allerdings, dass dafür auch ein Quantum Nachlässigkeit verantwortlich ist. Denn wenn Hauswarte und Hausverwalter sich nicht darum kümmern, dass Dachluken verschlossen sind, ist’s Essig mit der Prävention. Da oben rechts an der grauen Dachumrandung, da muss man auch erst mal hinkommen. Ob das die enttäuschten Möbelpacker von Synanon, der Spedition, waren? Wohl kaum. Warum wird es eigentlich nicht weg gemacht? Tätigkeit ist eine Zier, doch ruhiger lebt sich’s ohne ihr….
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