Geschätzte 11 Millionen Menschen (zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter Mulatten Abstammung) leben derzeit in Kuba. Neben Havanna gehört auch Trinidad (nicht der Inselstaat, siehe hier, das schrieb ich schon) zu den prächtigsten Kolonialstädten des karibischen Raumes. Nichts ist auf Hochglanz poliert, die Farben sind bereits längere Zeit schon verblasst, der Putz bröckelt, und doch haben die Städte dadurch nicht an Reiz verloren.
Sie bestechen durch ihren altmodischen, unverfälschten Charme. Im Januar 1959 marschierte Fidel Castro in Havanna ein und erwarb sich die Bezeichnung màximo lider. Er hatte wenig Vertrauen in diese glamouröse Großstadt. Die Städteplaner des besiegten Diktators Batista hatten ursprünglich vor, die halbe Stadt abreißen zu lassen. Parkplätze sollten entstehen. Ganz so, wie einstmals Ronald Reagan beabsichtigte, aus der DDR einen Parkplatz zu machen. Nun ist Reagan tot und die DDR auch, und deswegen wurde auch aus den Umbauplänen von Batista, was Havanna betrifft, nichts.
Der rasende, investigative Auslandskorrespondent unserer weltweit gültigen Website, Herr Erker, berichtete uns heute Morgen in aller Hergottsfrühe direkt aus Udon Thani (Thailand) in der Provinz Isaan. Wobei der liebe Gott, in dessen Frühe Erker uns berichtet, bei den Thais eher Buddha ist. Er spricht von einem Zwangsstopp.
Einer eingeschätzten asiatischen Mentalität zufolge, hatten freundlich dreinblickende Thais dem Reisewilligen die Streckendistanz vom Mekong nach Udon Thani mit einer Busfahrt von insgesamt vier Stunden erklärt und somit ‘ihr Gesicht gewahrt’, eine wichtige Präambel im zwischenmenschlichen Kontakt asiatischer Prägung. Zu diesem speziellen Problem, richtige, wissende Antworten von Auskunftspersonen zu erhalten, oder aber auch ein schlichtes ‘weiß ich nicht’, welches sich verbietet, mehr weiter unten.
Entgleisende Gesichtszüge vermeldet unser Korrespondent angesichts der tatsächlichen Reisezeiten. Schlecht nur das Vorhaben, zu einer bestimmten, fest verabredeten Zeit dort Freunde zu treffen, die zwischenzeitlich weiterfahren mussten. Das Meeting ging in die Hose. Unser Korrespondent entpuppt sich als nachreisender Nomade.
Wer an Kuba denkt, denkt sofort an Musik und Autos. Die Berichterstattung erstreckt sich hier über mehrere Gegenden, Städte und Enklaven im ländlichen Raum von Kuba. Die Fotos wurden in Santiago de Cuba, Havanna, Trinidad und auch anderswo aufgenommen. Allerdings hat Trinidad auf Kuba nichts mit dem karibischen Zwergenstaat gleichen Namens zu tun. Dennoch: Musik kann man auch auf Kuba überall hören, auf den Straßen und Plätzen, in kleinen Läden oder größeren Musikhäusern, und nicht nur in Havanna.
Es ist schon sehr interessant, in einem atheistisch oder agnostisch geprägten Land wie Kuba Weihnachten zu feiern oder es zumindest zu ahnen. 1969 ist das Weihnachtsfeiern von der kubanischen Regierung mit dem Vorwand, dass die gesamte Bevölkerung der Insel für die Zuckerkampagne mobilisiert werden müsste, verboten worden. Ziel war es, 10 Millionen Tonnen Zucker zu produzieren. Alle zur Verfügung stehenden Kubaner wurden von ihren sonstigen Arbeitsplätzen freigestellt, alle mussten auf die Zuckerrohrfelder und Weihnachten fiel -seit 1969- der Einfachheit halber aus. Die Kubaner erwirtschafteten nichtsdestotrotz nur 8 Millionen Tonnen Zucker. Von diesem Jahr an, feierten die meisten Kubaner den Heiligen Abend heimlich und hinter verschlossenen Türen. Gut 30 Jahre später werden schon mal Türen geöffnet und hin und wieder zeigt ein Kubaner sehr stolz auf den bunt geschmückten Weihnachtsbaum.