La Nochebuena – die Heilige Nacht 2009 auf Kuba
Es ist schon sehr interessant, in einem atheistisch oder agnostisch geprägten Land wie Kuba Weihnachten zu feiern oder es zumindest zu ahnen. 1969 ist das Weihnachtsfeiern von der kubanischen Regierung mit dem Vorwand, dass die gesamte Bevölkerung der Insel für die Zuckerkampagne mobilisiert werden müsste, verboten worden. Ziel war es, 10 Millionen Tonnen Zucker zu produzieren. Alle zur Verfügung stehenden Kubaner wurden von ihren sonstigen Arbeitsplätzen freigestellt, alle mussten auf die Zuckerrohrfelder und Weihnachten fiel -seit 1969- der Einfachheit halber aus. Die Kubaner erwirtschafteten nichtsdestotrotz nur 8 Millionen Tonnen Zucker. Von diesem Jahr an, feierten die meisten Kubaner den Heiligen Abend heimlich und hinter verschlossenen Türen. Gut 30 Jahre später werden schon mal Türen geöffnet und hin und wieder zeigt ein Kubaner sehr stolz auf den bunt geschmückten Weihnachtsbaum.
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In der Heiligen Nacht (La Nochebuena) beginnt das Fest innerhalb der Familie mit einem köstlichen Essen mit typischen kubanischen Speisen. Von vielen wird gleich ein ganzes Schwein am Spieß gebraten, und wenn das Geld nicht reicht, muss eben ein Schweinskopf reichen.
Dazu gibt es „arroz con gris“ (Reis mit schwarzen Bohnen), yucca, Salate, Kartoffeln, meist süße, gebratene Bananen, Früchte und zu trinken Bier, Likör, Rum, Fruchtsaft und Limonade. Und nicht zu vergessen süße bunte Torten oder wenigstens Brot, welches in letzter Minute noch aus der Bäckerei geholt wird.
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Von Bäckereien haben Westeuropäer eventuell andere Vorstellungen, und wo wir in Santiago de Cuba auf so eine Brotwerkstatt auftreffen, ist man weit entfernt von verkaufsförderlichen Tresengestaltungen. Ergonomie ist ein Fremdwort und eine Bäckerei sieht nicht viel anders aus, als eine KFZ-Werkstatt. Die Bäckerei ist kein Ladengeschäft, so wie wir es verstehen, sondern ein reiner Zweckraum, in dem der Bäcker das Brot bäckt, und es der Einfachheit halber direkt zur Straße hin verkauft. Alles andere wäre überflüssiger Kladderadatsch.
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Danach geht die kubanische Familie in die Kirche zur Mitternachtsmesse, sofern sie religiös genug dazu ist.
Nach dem Besuch von Papst Johannes (dem II.) auf Kuba im Jahre 1989 wurde Weihnachten nicht mehr als „regimefeindliche Feier“ betrachtet. Der 25.Dezember ist offiziell arbeits- und schulfrei. Jedoch wurde bis heute das Verbot nicht aufgehoben, sagt Ernesto (*Name geändert), mein kubanischer Reisebegleiter.
Auch wenn Weihnachten früher verboten und inzwischen wieder offiziell „geduldet“ ist, hat auf Kuba der Geist des Familienfestes Weihnachten gelitten und wurde merklich geschliffen. Für die meisten Kubaner bleibt Weihnachten ein Familienfest der Besinnung, verbunden mit vielen unerfüllten, ja unerfüllbaren Wünschen nach Kleinigkeiten, einem Hauch von Luxus, wie zum Beispiel ein Stück Seife. Überall herrscht Mangelwirtschaft.
In diesem Jahr (2009) wurden die Preise für Bier und Rum zu den Feiertagen von der Regierung gesenkt. Geschenkt erhielten die Kubaner eine zusätzliche Ration Alkohol noch vor zwei Jahren. Nun nicht mehr – das Geld reicht nicht, es ist knapper geworden, seit Fidel die Macht an seinen Bruder abgab! Ein Ende des freien Falls ist derzeit noch nicht in Sicht. Abwarten. Und feiern…
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Februar 1st, 2010 um 14:08
[...] Auf Kuba gibt´s zu Weihnachten Schweinskopf (Auslandsbericht von Elke Pohl [...]
Februar 10th, 2010 um 23:33
[...] Heiligen Abend. Abwechslung tut jetzt Not. Den Schweinskopf hatte ich exemplarisch hier bereits fotografiert hinterlegt, für die Leser dieser [...]
Mai 15th, 2010 um 10:51
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