Open-Air-Konzert für Oldies in ganz Kuba
Wer an Kuba denkt, denkt sofort an Musik und Autos. Die Berichterstattung erstreckt sich hier über mehrere Gegenden, Städte und Enklaven im ländlichen Raum von Kuba. Die Fotos wurden in Santiago de Cuba, Havanna, Trinidad und auch anderswo aufgenommen. Allerdings hat Trinidad auf Kuba nichts mit dem karibischen Zwergenstaat gleichen Namens zu tun. Dennoch: Musik kann man auch auf Kuba überall hören, auf den Straßen und Plätzen, in kleinen Läden oder größeren Musikhäusern, und nicht nur in Havanna.
(Andrew Sisters- Drinking Rum & Coca Cola, 1945) via youtube
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Eine Art Open-Air-Museum für Autos findet man auf der gesamten Insel Kuba. Auf dem knapp 50.000 km langen Straßennetz Kubas fallen immer wieder in knalligen Farben alte Amischlitten auf. Die Augen des Oldtimer-Fans können sich in Kuba kaum satt sehen: allerorten Chevrolets, Studebakers, Lincolns, Plymouths und Cadillacs mit steilen Heckflossen. Buicks, Pontiacs, Dodges, Packards, Hudsons und Fords, alle mit mehr als 50 Jahren auf dem Fahrgestell. Die meisten Oldtimer sind heute nur noch von viel Liebe und Phantasie zusammengehaltene, klappernde Rostlauben: farbig gescheckt, denn Lack ist knapp und teuer. Die Kubaner scheinen wohl die besten Mechaniker der Welt zu sein. Mit den einfachsten Mitteln und ohne Ersatzteile halten sie eine beachtliche Oldtimer-Flotte aus Straßenkreuzern längst vergangener Epochen am Laufen. Dass die Oldtimer nach einem halben Jahrhundert „socialismo tropical“ noch am Leben sind, verdanken sie einem schier unglaublichen Erfindungsgeist und einer Improvisationskunst, die man wohl nur in Kuba findet. Seit dem amerikanischen Handelsembargo (1962) gegen Kuba sind Ersatzteile praktisch nicht mehr aufzutreiben. Was auf den ersten Blick nicht passt, wird umgeschweißt und in millimetergenauer Handarbeit passend gefeilt. Irgendwann findet sich ein alter Ladamotor und ein gewiefter Schrauber verhilft einem Autowrack eines amerikanischen Classic Car wieder zum Leben.
Wer Kuba nach der Revolution im Januar 1959 fluchtartig Richtung USA verließ, musste sein Schmuckstück auf vier Rädern zurücklassen (wie Haus, Grundstück und oft auch die Familie). Ab 1961 wurden die Auto-Importe nach Kuba eingestellt und ersetzt durch den Lada oder Moskwitsch aus der Sowjetunion. Auf dem Land ist bis heute die Pferdekutsche in Betrieb.
Der Auspuff hustet schwarze Wolken, der Motor stottert, und der Fahrgast spürt ausnahmslos jedes Schlagloch am Allerwertesten. Und so rollen die amerikanischen Straßenkreuzer hoffentlich noch lange entlang aller Krisenzeiten auf Kuba. Im Rhythmus der Schlaglöcher klappernd, vermutlich im Takt der kubanischen Musik, aber auf immer und ewig.





Januar 24th, 2010 um 13:35
[...] | : Open-Air-Konzert für Oldies in gan… http://www.mugshooting.de/weltweit/2010/01/18/open-air-konzert-fur-oldies-in-ganz-kuba/ 6 days [...]
Januar 25th, 2010 um 10:56
[...] Abstammung) leben derzeit in Kuba. Neben Havanna gehört auch Trinidad (nicht der Inselstaat, siehe hier, das schrieb ich schon) zu den prächtigsten Kolonialstädten des karibischen Raumes. Nichts ist [...]
Februar 3rd, 2010 um 14:56
[...] in diesem Fall Kubaner. Es sind immer Kubaner, meistens. Autos sind auch zu sehen, alte Amischlitten, Lada und Moskwitsch und aus jüngerer Vergangenheit auch moderne Toyota und VW. Darüber hinaus [...]