Jan 25 2010

Wohnst Du noch, oder lebst Du schon? – Wie wohnt man eigentlich in Kuba?

Elke Pohl
Havanna - Straße hinter dem Capitol

Havanna - Straße hinter dem Capitol

Geschätzte 11 Millionen Menschen (zu je einem Drittel europäischer, afroamerikanischer und gemischter Mulatten Abstammung) leben derzeit in Kuba. Neben Havanna gehört auch Trinidad (nicht der Inselstaat, siehe hier, das schrieb ich schon) zu den prächtigsten Kolonialstädten des karibischen Raumes. Nichts ist auf Hochglanz poliert, die Farben sind bereits längere Zeit schon verblasst, der Putz bröckelt, und doch haben die Städte dadurch nicht an Reiz verloren.

Sie bestechen durch ihren altmodischen, unverfälschten Charme. Im Januar 1959 marschierte Fidel Castro in Havanna ein und erwarb sich die Bezeichnung màximo lider. Er hatte wenig Vertrauen in diese glamouröse Großstadt. Die Städteplaner des besiegten Diktators Batista hatten ursprünglich vor, die halbe Stadt abreißen zu lassen. Parkplätze sollten entstehen. Ganz so, wie einstmals Ronald Reagan beabsichtigte, aus der DDR einen Parkplatz zu machen. Nun ist Reagan tot und die DDR auch, und deswegen wurde auch aus den Umbauplänen von Batista, was Havanna betrifft, nichts.

weiter lesen


Jan 22 2010

Nord-Ost Thailand: Der lange Weg nach Udon Thani beträgt 6 1/2 Stunden Busfahrt ….

thomas
Udon Thani (Thailand) im Regen

Udon Thani (Thailand) im Regen

…und das wider Willen.

Der rasende, investigative Auslandskorrespondent unserer weltweit gültigen Website, Herr Erker, berichtete uns heute Morgen in aller Hergottsfrühe direkt aus Udon Thani (Thailand) in der Provinz Isaan. Wobei der liebe Gott, in dessen Frühe Erker uns berichtet, bei den Thais eher Buddha ist. Er spricht von einem Zwangsstopp.

Einer eingeschätzten asiatischen Mentalität zufolge, hatten freundlich dreinblickende Thais dem Reisewilligen die Streckendistanz vom Mekong nach Udon Thani mit einer Busfahrt von insgesamt vier Stunden erklärt und somit ‘ihr Gesicht gewahrt’, eine wichtige Präambel im zwischenmenschlichen Kontakt asiatischer Prägung. Zu diesem speziellen Problem, richtige, wissende Antworten von Auskunftspersonen zu erhalten, oder aber auch ein schlichtes ‘weiß ich nicht’, welches sich verbietet, mehr weiter unten.

Entgleisende Gesichtszüge vermeldet unser Korrespondent angesichts der tatsächlichen Reisezeiten. Schlecht nur das Vorhaben, zu einer bestimmten, fest verabredeten Zeit dort Freunde zu treffen, die zwischenzeitlich weiterfahren mussten. Das Meeting ging in die Hose. Unser Korrespondent entpuppt sich als nachreisender Nomade.

weiter lesen


Jan 18 2010

Open-Air-Konzert für Oldies in ganz Kuba

Elke Pohl
Gute Fahrt ins neue Jahr - der Sonne entgegen

Gute Fahrt ins neue Jahr - der Sonne entgegen

Wer an Kuba denkt, denkt sofort an Musik und Autos.  Die Berichterstattung erstreckt sich hier über mehrere Gegenden, Städte und Enklaven im ländlichen Raum von Kuba. Die Fotos wurden in Santiago de Cuba, Havanna, Trinidad und auch anderswo aufgenommen. Allerdings hat Trinidad auf Kuba nichts mit dem karibischen Zwergenstaat gleichen Namens zu tun. Dennoch: Musik kann man auch auf Kuba überall hören, auf den Straßen und Plätzen, in kleinen Läden oder größeren Musikhäusern, und nicht nur in Havanna.

(Andrew Sisters- Drinking Rum & Coca Cola, 1945) via youtube

weiter lesen


Jan 11 2010

La Nochebuena – die Heilige Nacht 2009 auf Kuba

Elke Pohl
28.12.09 - Weihnachten auf Kuba

28.12.09 - Weihnachten auf Kuba

Es ist schon sehr interessant, in einem atheistisch oder agnostisch geprägten Land wie Kuba Weihnachten zu feiern oder es zumindest zu ahnen. 1969 ist das Weihnachtsfeiern von der kubanischen Regierung mit dem Vorwand, dass die gesamte Bevölkerung der Insel für die Zuckerkampagne mobilisiert werden müsste, verboten worden. Ziel war es, 10 Millionen Tonnen Zucker zu produzieren. Alle zur Verfügung stehenden Kubaner wurden von ihren sonstigen Arbeitsplätzen freigestellt, alle mussten auf die Zuckerrohrfelder und Weihnachten fiel -seit 1969- der Einfachheit halber aus. Die Kubaner erwirtschafteten nichtsdestotrotz nur 8 Millionen Tonnen Zucker. Von diesem Jahr an, feierten die meisten Kubaner den Heiligen Abend heimlich und hinter verschlossenen Türen. Gut 30 Jahre später werden schon mal Türen geöffnet und hin und wieder zeigt ein Kubaner sehr stolz auf den bunt geschmückten Weihnachtsbaum. 

weiter lesen


Nov 30 2009

Minarettverbot Schweiz: Das kleine rote Nothämmerchen für jeden denkbaren Anlass gibt´s in Zürich

thomas
Finanzkrise (Nothämmerchen)

Finanzkrise (Nothämmerchen)

In Zürich, am Züricher See, hat ein Aktionskünstler sich ein paar grundlegende Gedanken gemacht. ‘Bei Finanzkrise Scheibe einschlagen’, steht da zu lesen, darunter ein rotes Glaskästchen und ein Hämmerchen, um die Verglasung kaputt zu schlagen. Dahinter ein Geldschein. Man vermutet, die Finanzkrise ist in der Schweiz noch nicht angekommen, oder jedenfalls nicht in Zürich am Züricher See. Denn alles hängt unversehrt da. Das nimmt auch kein Wunder, schließlich gehört die Züricher Umgebung zu den teuren Wohngegenden in der Schweiz. Eine weitere Idee ist so einfach wie bestechend.

weiter lesen


Nov 29 2009

Die kubanischen Taxifahrer können kein Deutsch und es gibt keine Wunschkennzeichen

thomas
Taxi in Havanna (Foto: Dr. Michael Meißler, 2009)

Taxi in Havanna (Foto: Dr. Michael Meißler, 2009)

Rolo Rodriguez (* Name von der Redaktion geändert – frei erfunden) ist 34 Jahre alt und von Beruf Taxifahrer. Das Autokennzeichen seines Taxis hat keinen Zusammenhang mit dem deutschen Akronym ‘HWG (häufig wechselnder Geschlechtsverkehr=Promiskuität)’, soviel ist festzuhalten. Und ob das Kennzeichen eine andere Bedeutung hat, ist für den Rest dieser Geschichte Wurst. Im Unterschied zu Rodriguez selbst ist sein Auto sogar schon wesentlich älter. Es ist einer jener Hochglanz-Lutschpastillen, die man zu lutschen mit Sicherheit gar nicht erst beabsichtigt. Eher lutschten älteren Vorstellungen zufolge auf der Hinterbank derartiger Prachtautos junge, sexversessene Pärchen mit heftigem Zungenschlag in der Mundhöhle des anderen und auch sonstwo. In den Siebzigern textete die Discoband Hot Chocolate dazu ‘Heaven is in the beackseat of my cadillac, let me take you there, yeah, yeah…’ Doch das war in Europa, genauer in Großbritanien. Womit wir daher in die Klischeevorstellungen westeuropäischer Teenies im Mittel der Siebziger Jahre angekommen sind und wo wir hier auf gar keinen Fall hin abweichen mochten.

In Havanna, der Hauptstadt von Kuba, kennt man den Hustinettenbär nicht. Er ist eine westdeutsche Erfindung (1970) und wurde deutlich vor dem Mauerfall eingeführt. Er verstarb allerdings inzwischen, wie auch hier berichtet wurde. Gleichwohl: Der Slogan ‘nimm den Husten nicht so schwer, jetzt kommt der Hustinettenbär’ gilt im ersten Halbsatz auch in Kuba. Schon seit ein paar Jahren ist Kuba und speziell Havanna mit der Geschichte der Musiker des Buena Vista Social Club untrennbar verbunden. Das ist Wim Wenders zu verdanken, der dazu Ry Cooder und dessen Sohn Joachim im März 1998 mit einem alten Motorradgespann durch Havanna hat fahren lassen. Das Ergebnis war ein dichter, atmosphärischer Musikfilm über das wahrscheinlich wichtigste Musikercomeback der letzten vierzig Jahre.

Die Musik macht einen sehnsüchtig und wehmütig zugleich. Wie das Stück ‘Dos Gardenias’, gesungen von Ibrahim Ferrer.

weiter lesen


Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de